
McKenna nutzt seine Reichweite, Oliha sucht den Weg nach innen
Von Beginn an waren die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen und taktischen Ansätze zu erkennen. McKenna (20-0, 10 KOs) verfügte über klare Größen- und Reichweitenvorteile, während Oliha (21-0, 10 KOs) aus der Ringmitte heraus versuchte, die Distanz zu überbrücken und mit Körpertreffern zum Erfolg zu kommen.
Dabei konnte der Italiener, der beim deutschen Promoter Ingo Volckmann (AGON Sports) unter Vertrag steht, vor allem seine Geschwindigkeit einbringen. In der zweiten Runde gelangen Oliha einige gute Treffer aus der Halb- und Nahdistanz. McKenna stellte sich jedoch zunehmend besser auf seinen Gegner ein. In Runde drei fand der Ire mit seinem langen Jab immer häufiger das Ziel und brachte auch Kombinationen ins Ziel.
Ab dem vierten Durchgang erhöhte McKenna den Druck. Der Lokalmatador marschierte nach vorne, arbeitete viel und landete die größere Zahl an klaren Treffern. Oliha hielt dagegen und versuchte, dem Druck standzuhalten. Viele Attacken in der Nahdistanz endeten im Clinch, wo beide Boxer darum kämpften, den jeweils anderen an die Seile zu drücken. Das Tempo blieb dabei hoch.

McKennas Jab wird zum entscheidenden Faktor
Im fünften Durchgang übernahm McKenna zunehmend die Kontrolle. Vor allem sein Jab entwickelte sich zum bestimmenden Mittel. Oliha agierte in dieser Phase zu defensiv und überließ seinem Gegner weite Teile der Initiative.
Auch danach verstand es McKenna, die Aktionen seines Gegners zu unterbinden. Wenn Oliha die Distanz überbrückte, nahm der Ire ihm im Clinch häufig die Möglichkeit zur weiteren Arbeit. In Runde sieben versuchte McKenna immer wieder, Oliha an den Seilen festzusetzen. Gelang ihm das, ließ er Kombinationen folgen und hielt den Druck hoch.
Only one can be named the world middleweight champion! 🏆
Who do you think is coming out victorious? #ZuffaBoxing10 pic.twitter.com/bEhpYTjnsj
— Zuffa_Boxing (@Zuffa_Boxing) August 8, 2026
Oliha wurde im achten Durchgang wieder aktiver und suchte häufiger selbst die Offensive. Am Gesamtbild änderte das allerdings wenig. McKenna blieb der bestimmende Mann. In Runde neun wurde der Kampf zunehmend von körperlicher Arbeit, Geschiebe und Clinches geprägt.
Oliha bleibt gefährlich und steckt harte Treffer weg
Trotz des intensiven Kampfverlaufs präsentierte sich Oliha auch in der zehnten Runde körperlich stark. McKenna landete jedoch weiterhin die härteren Hände und diktierte das Geschehen.
Im vorletzten Durchgang suchte Oliha noch einmal konsequenter nach seinen Möglichkeiten. Er versuchte, Lücken in McKennas Deckung auszunutzen, was ihm mehrfach gelang. Doch auch der Ire blieb offensiv variabel. McKenna traf aus der langen, der Halb- und der Nahdistanz und brachte einige harte Hände ins Ziel. Oliha nahm die Treffer, blieb jedoch standhaft und kämpfte weiter. Nach einem Kopfstoß zog sich McKenna zudem einen Cut am Haaransatz zu.
Vor der zwölften Runde war klar, dass Oliha einen KO benötigte. Entsprechend aggressiv ging er nach vorne und versuchte, die Entscheidung mit kraftvollen Aktionen zu erzwingen. McKenna verteidigte jedoch aufmerksam, klammerte in den richtigen Momenten und lauerte seinerseits auf Kontermöglichkeiten.
Aaron McKenna gewinnt klar nach Punkten
Nach zwölf intensiven Runden gab es keinen Zweifel am Sieger. Die Punktrichter werteten den Kampf mit 118-110, 117-111 und 116-112 einstimmig für Aaron McKenna.
@AARONMCKENNA99 IS THE NEW WORLD MIDDLEWEIGHT CHAMPION🏆 #ZuffaBoxing10 pic.twitter.com/stZHxnUwbW
— Zuffa_Boxing (@Zuffa_Boxing) August 8, 2026
Für den Iren war der Erfolg auch aufgrund des Austragungsortes etwas Besonderes. Erstmals in seiner neunjährigen Profikarriere bestritt McKenna einen Kampf in Irland und konnte seinen Auftritt vor heimischem Publikum mit dem Gewinn des IBF-WM-Titels krönen.
Damit reiht sich McKenna in die Tradition erfolgreicher irischer Champions wie Steve Collins und Andy Lee ein. Für Etinosa Oliha bedeutet dieser couragierter Auftritt die erste Niederlage seiner Karriere.














