Universum-Trainer Michael Timm: „Ina hätte meiner Meinung nach schon jetzt um die WM boxen können. Ich bin mit ihr hochzufrieden.“

Am 28. Januar steigt im Ballsaal des Grand Elysée Hamburg an der Moorweide die große „Fight Night“ der Universum Box-Promotion. Vor dem hochklassigen Kampfabend mit insgesamt zwölf Kämpfen, spricht Meistertrainer Michael Timm über die Form und Ambitionen seiner Schützlinge.
Übernächsten Samstag boxen gleich fünf Ihrer Schützlinge im Ballsaal des Grand Elysée – ein stressiger Abend?
Michael Timm: „Es wird sicherlich ein langer Abend. Aber zum Glück habe ich genug Pausen zwischen den einzelnen Kämpfen, so dass ich meine Sportler in Ruhe vorbereiten kann.“
Besonders im Fokus des öffentlichen Interesses steht derzeit Rakhim Chakhkiev, der auf die Nr. 7 der WBC, Alexander Kotlobay, trifft. Ein starker Gegner. Ist Rakhim soweit?
Michael Timm: „Das ist genau der richtige Gegner für Rakhim zur richtigen Zeit. Rakhim will ja selbst große Namen boxen und dieses Jahr um die Weltmeisterschaft kämpfen. Auch deswegen ist das genau der richtige Fight. Er will diese Kämpfe gegen große Namen. Und die Fähigkeiten Kotlobay klar zu besiegen und noch dieses Jahr Weltmeister zu werden, hat Rakhim auf jeden Fall. Ich möchte jedenfalls nicht als Gegner mit ihm in einem Ring sein.“
Wie verlief die Vorbereitung bisher? Wurden spezielle Maßnahmen ergriffen, um sich auf den Russen vorzubereiten?
Michael Timm: „Wir haben natürlich eine taktische Linie, speziell für Kotlobay entwickelt. Kotlobay hat schon einige besondere Schläge, die auch Rakhim gefährlich werden können. Er muss von der ersten Runde an voll konzentriert zu Werke gehen, um zu gewinnen.“
Es geht zudem um den Baltic-Titel der WBC. Ein besonderer Anreiz?
Michael Timm: „Es kann nicht jeder um die WM boxen. Deswegen muss man sich auch diese Titel erst einmal erarbeiten. Es sind alles kleine Etappen, um zu einer Weltmeisterschaft zu kommen. Deswegen finde ich auch so einen Titel sehr wichtig.“
Ein weiterer Zuschauermagnet ist Jürgen Brähmer, der nach fast zwei Jahren seinen ersten Kampf bestreitet und dabei gleich auf den spanischen Meister trifft. Merkt man Jürgen Brähmer die Pause an?
Michael Timm: „Im Sparring merkt man die lange Zeit ohne Kampf schon. Die normale Vorbereitung und die Box-Bewegungen beherrscht Jürgen wie das Einmaleins, aber er hat einfach Ringrost angesetzt, der nun abgeschliffen werden muss. Es wird deshalb höchste Zeit, dass er wieder in den Ring kommt.“
Jürgen Brähmer hat ja schon mehrfach betont, dass er noch einmal einen Angriff auf die WM-Krone starten will. Wie sehen Sie seine Chancen?
Michael Timm: „Das ist ein realistisches Ziel. Und es ist ein Ziel, dass sich ein Jürgen Brähmer einfach stellen muss. Die Fähigkeiten hat er. Nur in den Ring zu gehen, um Geld zu verdienen, so etwas sollte man nicht machen. Das geht nach hinten los. Und das hat Jürgen auch nicht nötig. Er hat den Willen und das Zeug dazu, noch einmal ganz oben anzuklopfen.“
Neben Chakhkiev und Brähmer steigt auch Ina Menzer in den Ring. Ein Aufbaukampf als letzte Vorbereitung für den baldigen WM-Kampf?
Michael Timm: „Ina hätte meiner Meinung nach schon jetzt um die WM boxen können. Ich bin mit ihr hochzufrieden. Sie hat sich toll entwickelt und wird, wenn Sie fokussiert bleibt, garantiert wieder Weltmeisterin.“
Ruslan Chagaev trifft in seinem ersten Kampf nach der Niederlage gegen Povektin auf Kertson Manswell. Ein schwieriger Gegner oder?
Michael Timm: „Ein ziemlicher Brocken. Aber er ist auch nicht der Überflieger, das muss man auch eingestehen. Nichts desto trotz ist er für Ruslan genau der richtige Aufbaugegner, den er braucht. Das ist ein sehr gutes Matchmaking.“
Wie macht sich Ruslan im Training? Man hatte zuletzt das Gefühl, dass Ruslan der Glaube im Povetkin-Kampf gefehlt hat. Wie ist er mental drauf?
Michael Timm: „Er hat in den letzten 5 Jahren nur 4 Kämpfe gemacht. Die Ringpraxis war einfach nicht da. Es ist wichtig, dass er Kämpfe macht, um die Sicherheit im Ring zurück zu bekommen. Im Moment ist er in einer Verfassung, die besser ist als während der gesamten WM-Vorbereitung auf den Povetkin-Kampf. Möglicherweise liegt das auch daran, dass er nicht so einen enormen Druck auf seinen Schultern verspürt.“
Außerdem steht Ihr ungeschlagener Schützling Marcel Meyerdiercks auf der Fightcard. Wie sieht die mittelfristige Planung mit ihm aus?
Michael Timm: „Wir hatten ja gehofft, dass es diesmal schon mit der Europameisterschaft klappt. Er will nun im Elysée sein boxerisches Können zeigen. Das nächste realistische Ziel heißt ganz klar Europameisterschaft.“
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