Interview King Arthur
“Ich weiß, was auf dem Spiel steht”
Am 2. Oktober kämpfen King Arthur Abraham und Carl Froch im Chapiteau de Fontvieille, dem weltberühmten Zirkuszelt von Monaco, um den Einzug ins Super-Six-Halbfinale. Mit Boxen.com sprach der 30-Jährige über das Duell mit der „Kobra“, die Vorfreude auf das Fürstentum und den großen Druck, der auf beiden Kontrahenten lastet.
Herr Abraham, die Boxfans fiebern Ihrem Duell mit Carl Froch entgegen. Es treffen zwei der härtesten Puncher der Welt aufeinander. Wie läuft die Vorbereitung bei Ihnen?
AA: „Sie läuft sehr gut. Herr Wegner nimmt uns im Trainingslager in Zinnowitz gerade ganz schön ran. Wir trainieren zweimal am Tag. Abends falle ich total erschöpft ins Bett. Aber die Quälerei wird sich lohnen.“
Nach langem Hin und Her hat man sich mit Carl Froch endlich auf einen neutralen Austragungsort geeinigt. Wie zufrieden sind Sie mit Monaco?
AA: „Monaco ist eine tolle Wahl – perfekt. Genau der richtige Austragungsort für ein so hochkarätiges Turnier wie das Super-Six. Für die Fans aus Deutschland, Armenien und England ist Monaco gut zu erreichen. Die Reise wird sicher vielen in toller Erinnerung bleiben – touristisch und natürlich sportlich.“
Stimmt es, dass Sie sogar Flugzeuge gechartert haben, um Ihre Fans einfliegen zu lassen?
AA: „Ja, das ist richtig. In meiner Heimat Armenien bieten wir Reisepakete an. Mit meinem Privatjet fliegen wir die Fans dann direkt aus Eriwan nach Nizza. Auch aus Berlin startet ein Jet. Ich bin meinen Fans sehr dankbar für die tolle Unterstützung. Ich werde ihnen eine tolle Show bieten. Die Reise wird sich lohnen!“
Waren Sie schon einmal in Monaco?
AA: „Ja, ich habe mir Monaco schon einmal angeschaut. Es hat mir dort sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass Fürst Albert und seine Familie beim Kampf am Ring sitzen werden. Er ist ja selber Sportler und hat sogar bei den Olympischen Spielen teilgenommen. Ihn würde ich gerne einmal treffen. Das wäre eine große Ehre.“

Kommen wir zurück zum Sportlichen. Hat die erste Niederlage ihrer Karriere, die umstrittene Disqualifikation gegen Andre Dirrell in Detroit, Sie verändert?
AA: „Auf jeden Fall. Es ist ein schreckliches Gefühl, zu verlieren. Dieses Gefühl will ich nie wieder empfinden. Wir haben den Kampf analysiert und unsere Lehren aus der Niederlage gezogen. Ich muss einfach cleverer boxen. Jetzt gilt es, Carl Froch zu besiegen.“
Froch war bis zu seinem dramatischen Kampf mit Mikkel Kessler ungeschlagener Weltmeister, ehe er in Dänemark entthront wurde. Wie haben Sie den Kampf gegen Kessler gesehen?
AA: „Ich war in Herning vor Ort. Das war ein toller Kampf auf hohem Niveau. Sowohl Kessler als auch Froch sind harte Jungs. Und richtig gute Boxer mit ordentlich Power.“
Wie schätzen Sie Carl Froch ein?
AA: „Er hat eine sehr lange, eine sehr gute linke Führhand und schlägt einen starken rechten Aufwärtshaken. Er ist ein Kämpfer und ein Puncher. Genau wie ich.“

Das Super-Six-Turnier könnte spannender kaum sein. Nur der Sieger kommt sicher eine Runde weiter. Verspüren Sie dieses Mal besonderen Druck?
AA: „Bei jedem Kampf habe ich bisher großen Druck verspürt, denn ich will immer gewinnen. Aber dieses Mal ist es schon etwas Besonderes. Im Super-Six-Turnier geht es Schlag auf Schlag – da ist keine Zeit für einen Aufbaukampf nach einer Niederlage. Es geht sofort weiter, und zwar auf dem allerhöchsten Niveau. Das macht den Reiz dieses Turniers aus.“
Wie wird der Kampf am 2. Oktober ausgehen?
AA: „Das sehen wir dann. Ich bin keiner, der große Töne spuckt. Aber ich weiß, was auf dem Spiel steht. Es geht um alles. Es ist mein Traum, das Super-Six-Turnier zu gewinnen. Das ist mein Antrieb, meine Motivation, mein Leben. Und genau deshalb werde ich Carl Froch auch besiegen.“
















