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Bowe vs. Holyfield Barrera vs. Morales Freitas is back de la Hoya vs. Trinidad de la Hoya vs. Forbes Holyfield vs. Holmes Laila Ali vs. Martin Duran vs. Leonard 2 Tapia vs. Archuleta Huck vs. Aurino Cabarjal vs. Gonzalez Bowe vs. Galota Holyfield vs. Tyson 2 Freitas vs. Corrales 1 Klitschko vs. Brock Holmesvs. Butterbean Gatti vs. Leija Markus Beyer Hopkins Holyfield vs. Lewis

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Die Ebby Thust Kolumne: Felix Sturm nach Punkten in Front

Der „Fight“ zwischen dem WBA Mittelgewichts Super-Champ Felix Sturm und dem einst führenden Boxstall Deutschlands, Universum Box-Promotion, vertreten durch dessen Chef Klaus Peter Kohl, geht in die zweite Runde. Nach der ersten Runde, die letzte Woche vor dem Hamburger Landgericht über die Bühne ging, scheint Felix Sturm einen leichten Punktvorteil errungen zu haben. Natürlich ist ein Vertrag zwischen Boxer und Manager, im gewissen Sinn, zwar ein Dienstleistungsvertrag, denn der Boxer bietet vertraglich dem Promoter, für den Zeitraum dieses Vertrages seine Dienste als Boxer an. Aber eben nur in gewissem Sinne, deshalb dürfte schon jetzt klar sein, dass § 627 BGB, wonach der zu einer Dienstleistung Verpflichtete, in einem dauernden Dienstverhältnis ohne feste Bezüge, jederzeit ein Kündigungsrecht besitzt, hier keine Anwendung finden wird. Sicherlich ist dies wohl auch nicht die einzige Argumentationsbasis der Sturm-Anwälte, die wohl dies nur in ihre Klagebegründung geschrieben hatten, weil der inzwischen wieder zu Universum zurückgekehrte Boxer Khoren Gevor, Mitte März dieses Jahres, exakt auf der Basis dieses Paragraphen, in einen ähnlichen Prozess vor Gericht gegen Universum, gewonnen hatte. Mit großen Boxtalenten werden fast immer feste Verträge, meist über mindestens 3 Jahre, geschlossen, da die ersten 1-2 Jahre oft mehr Investition in den Boxer und dessen Karriere ist. Dieses „Aufbauen“ eines jungen Boxers bringt natürlich nicht gleich das große Geld in die Kassen eines Promoters, meist bringt dies sogar in der Aufbauphase ein Defizit. Oft bekommen erfolgreiche Amateure, die erstmals einen Profivertrag bei einem Promoter unterschreiben oder bei anstehenden Vertragsverlängerungen, auch noch ein kräftiges Handgeld. Deshalb wird der Richter einen Kündigungsgrund nach § 627 BGB wohl nicht bejahen. Dies scheint aber auch schon das einzige Argument das für Klaus Peter Kohl spricht. Ein wunder Punkt in den Universum Verträgen, die ich in vollem Wortlaut kenne, ist aber, dass hier festgeschrieben ist, dass der Promoter auch noch in Personalunion der Manager des Boxers ist. Dies sehe ich als sehr fragwürdig. In den USA ist dies schon seit langer Zeit, unter dem Begriff „Ali Act“, verboten. Denn auf der einen Seite ist (soll) der Manager eines Boxers, dessen Interessen gegenüber einem Promoter vertreten und die höchstmögliche Börse für seinen Schützling heraus handeln. Dagegen ist ein Promoter aber genau am Gegenteil interessiert, nämlich die Kämpfer für seine Veranstaltung so günstig wie möglich zu verpflichten. Auf Grund dieser geschilderten, absolut konträren Interessen eines Managers und eines Promoters, dürfte es so etwas eigentlich gar nicht geben. Da der Boxer in den Universum-Verträgen, mit seiner Unterschrift, aber auch noch seinen Manager/Promoter bevollmächtigt, in seinem Namen zu handeln und in seinem Namen Verträge abzuschließen, wurde Kohl dadurch bevollmächtigt, quasi mit sich selbst zu verhandeln. Er kann einen Kampfvertrag, dann links unten als Promoter und rechts daneben als bevollmächtigter Manager unterschreiben. Letztlich schließt er einen Vertrag mit sich selbst. Dass dabei für den Boxer dann nicht der lukrativste Abschluss herauskommt, ist wohl selbstsprechend. Ich glaube deshalb, dass Felix Sturm, in diesem Punkt, vor Gericht Recht bekommt. Wilfried Sauerland hat diese Problematik schon seit Jahren erkannt, denn er ist, seit seine Firma nicht mehr „Sauerland Promotion“, sondern seit einigen Jahren „Sauerland Events“ heißt, eigentlich gar kein Promoter mehr, auch wenn es scheint, dass dies die Medien bisher noch gar nicht mitbekommen haben. Die Eigner von Sauerland Event sind die Sauerland Söhne Kalle und Nisse und Wilfried Sauerland ist nur noch der der Manager der meisten Boxer des Box-Stalles seiner Söhne. Hier wurde dieses Problem elegant gelöst. Ein zweiter Punkt des Vertrages Universum und Sturm, ist die, im angefochtenen Vertrag festgeschriebene, einseitige Option auf weiteren drei Jahre. Einseitige Optionen gelten rechtlich gesehen als unausgewogen und benachteiligend, wenn nicht sogar als unsittlich. Dies hat auch der Vorsitzende Richter des Hamburger Landgerichtes, am ersten Verhandlungstag, schon erkennen lassen. Aufgrund dieser erkennbaren Tendenz sehe ich hier, eher eine Entscheidung des Gerichts zu Gunsten von Felix Sturm. Analog zu den, in den Universumverträgen festgeschriebenen einseitigen Optionen, finde ich auch das einseitige fristlose Kündigungsrecht, das es ebenfalls in jedem Universumvertrag gibt, für mehr als rechtlich bedenklich. Demnach kann Kohl einem Boxer, sollte dieser auch nur einmal einen Kampf verlieren, sofort fristlos .kündigen. Das heißt, dass für den Boxer quasi jeder Fight ein Existenzkampf ist und der Vertrag nicht mal das Papier wert ist, auf das er geschrieben ist, wenn ein Boxer einen Kampf verliert.. Besonders unangenehm ist dies dann natürlich, wenn – wie schon so oft in den vergangenen Jahren bei Universum – stallinterne Duelle ausgetragen werden. Dann müssen langjährige Trainingsfreunde gegeneinander antreten und der Verlierer muss damit rechnen, nach seiner Niederlage, keine Arbeit mehr zu haben. Interessant bei solchen „Brüderkämpfen“ ist dann noch, dass Kohl von jedem Boxer 35% kassiert und somit 70% verdient, während der einzelne Boxer jeweils nur 65% vereinnahmt. Die Argumentation von Klaus Peter Kohl vor dem Landgericht Hamburg, dass seine Firma Universum Boxpromotion, im Falle einer Niederlage in diesem Prozess, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten würde, scheint für die Richter kein Prozess entscheidendes Argument zu sein. Zumal diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten schon gegenwärtig sind und diese sicherlich nicht alleine Felix Sturm zu vertreten hat. Kohl muss sich die Frage gefallen lassen, warum denn in den vergangenen Jahren, so viele namhafte Boxer Universum den Rücken gekehrt haben? Warum boxen den Wladimir und Vitali Klitschko, Sergiy Dzinziruk (Zitate von ihm: “Ich hänge mich lieber auf, als weiter für Universum zu boxen” und “Kohl hat die Pflichten eines Promoters in grober Weise vernachlässigt”), Andriy Kotelnik, Hugo Hernan Garay, Gennady Golovkin, Felix Sturm und viele Andere nicht mehr für Universum? Man muss in diesem Zusammenhang aber auch hier auch mal die Misserfolge des letzten Jahres sehen: 20. Juni 2009: Rusland Chagaev verliert seinen WM-Titel 20. Juni 2009: Hugo Hernan Garay verliert seinen WM-Titel 18. Juli 2009: Andreas Kotelnik verliert seinen WM-Titel 22. August 2009: Karoly Balzsay verliert seinen WM-Titel Zuvor verloren Denis Inkin, Wladimir Sidorenko und Firat Arslan ihren WM TitelAlexander Dimitrenko verlor das Herausforderungsrecht um den WM-Titel im Schwergewicht. Mehr als seltsames Matchmaking, es kommt fast nur noch zu stallinternen Duellen. Es wird nach außen getragen, dass sich die Boxer bei Universum nicht mehr wohl fühlen, sie fühlen sich schlecht behandelt, mehr Ware als Mensch. Das sind doch alles die Dinge die zum wirtschaftlichen Niedergang von Universum geführt haben und nicht die Kündigung von Felix Sturm. Hinzu kommt, dass das Universum Tochterunternehmen Spotlight Boxing, den TV Vertrag bei Pro7 verliert und sicherlich pro Veranstaltung mehr als 100.000 Euro Verlust einfährt. Dies alles hat doch Felix Sturm nicht zu verantworten. Deshalb finde ich es geradezu peinlich, wenn Kohl jetzt den Niedergang Universums, vor Gericht, an Felix Sturm festmachen will. Kohl sollte sich auch mal fragen, warum denn bei seinem Konkurrenten Sauerland die Boxer nicht so unzufrieden sind und alle weglaufen? Ein Henry Maske; Axel Schulz oder Sven Ottke und viele Andere, waren vom ersten Tag Ihrer Profi-Karriere bis zum Tage ihres Abschiedes aus dem Boxsport, bei Sauerland unter Vertrag. Arthur Abraham, Marco Huck. Karo Murat und Sebastian Sylvester sind glücklich und zufrieden, dass sie bei Sauerland unter Vertrag stehen. Da muss es doch einen Grund geben. Da muss doch bei Universum etwas nicht stimmen. Vielleicht ist aber auch ein Vertrag nicht nur ein Stück Papier mit vielen Paragraphen, sondern vielleicht hat das auch etwas mit vertragen zu tun, etwas mit Menschlichkeit, ein Geben und Nehmen, ein Verdienen und Mitverdienen lassen. Apropos „wirtschaftliche Schwierigkeiten von Universum“. Universum hat, wie bekannt, noch vor dem Sturm Prozess, allen seinen Mitarbeitern, bis zum 31. Juli (Ende des ZDF Vertrages) gekündigt, wohl weil man dann die vielen Mitarbeiter nicht mehr bezahlen kann. Ich glaube, dass Klaus Peter Kohl, der privat sehr vermögend ist, nicht bereit ist, aus seinem Privatvermögen, noch große Beträge in das kranke Universum-Unternehmen hineinzustecken. Seltsamerweise hat er aber die Promoter- und Managerverträge mit seinen Boxern nicht gekündigt. Nur, wie will er dann Boxer wie Jürgen Brähmer, der pro Kampf sicherlich knapp eine Million bekommt oder Chagaev, Dimitrenko, Zbik oder Tajbert bezahlen? Hier gibt es ja Verträge mit festgeschriebenen Kampfbörsen. Aber noch interessanter für das Verfahren vor dem Landgericht Hamburg, ist doch die Frage, wie hätte dann Universum Felix Sturm bezahlen wollen/können? Ein möglicher Vertrag mit dem TV Sender Sport1 oder auch einem anderen kleineren Sender, wird diese Kosten nicht decken können. So ist wohl zu erwarten, dass Kohl seine Weltmeister künftig in Amerika boxen lässt, sein vertraglich zugesichertes Promoterrecht verkauft oder dort mit veranstaltet und 35% als Manager kassiert. Nur wie lange haben diese Boxer dann noch ihren WM Titel? Siehe Kotelnik vs. Khan oder am letzten Samstag Zsold Bedak, den man nach Puerto Rico schickte um dort im Titelkampf gegen Vazquez durch tko zu verlieren. Ich glaube genau deshalb hat der Richter, des Landgerichtes Hamburg, seine Tendenz erkennen lassen und auf einen Vergleich zwischen Felix Sturm und Universum Box-Promotion hingewirkt. Dieser Vergleich wird sicherlich nicht so aussehen, dass Kohl die von ihm geforderten 3 Millionen Euro bekommen wird. Ich glaube da eher, dass sich ein Vergleich bei 10-15% dieser Summe einpendeln wird. Das wäre dann letztlich eine Niederlage für Klaus Peter Kohl und seinen Boxstall und für Felix Sturm ein Sieg mit einem blauen Auge, aber ein Vergleich wäre zum Wohle des Boxsports in Deutschland. Denn bei einer Entscheidung nach dass § 627 BGB zugunsten von Felix Sturm, würde wohl kein Promoter in Deutschland mehr einen Neoprofi unter Vertrag nehmen um ihn aufzubauen. Aber vor allem könnten dann die deutschen Boxfans endlich Felix Sturm wieder im Ring erleben.

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