“Blitz und Donner”: Khan und Maidana liefern sich letztes Showdown vor dem Duell um die WBA-Krone in Las Vegas
Zu guter Letzt bekam das Geburtstagskind nicht nur eine gewaltige Buttercremetorte – 50 Zentimeter lang, 40 Zentimeter breit, 15 Zentimeter hoch – geschenkt. Dutzende hätten sich daran satt essen können. Nein, es wurde dem Gefeierten sogar noch ein Ständchen gesungen. Bill Kaplan, Mediendirektor von „Golden Boy Promotion“, stimmte „Happy Birthday“ an und viele der weit über einhundert Journalisten im überfüllten Presseraum trällerten auf das Hoch von Amir Khan (23-1-0 (17 K.o.)) mit.
Einen Tag vor der Abschlusspressekonferenz am Donnerstag im Mandalay Bay Resort & Casino von Las Vegas ist der WBA-Weltmeister im Superleichtgewicht 24 Jahre alt geworden. Gefeiert hat der Champion nicht, dass will er in der Nacht zum Sonntag nachholen, sagte der Brite mit pakistanischen Vorfahren. Ob es für Khan tatsächlich eine ausgelassene Nachfeier geben wird, hängt allerdings entscheidet von Marcos Maidana (29-1-0 (27 K.o.)) ab. Der argentinische Interims-Weltmeister, den Universum mit Golden Boy Oscar de la Hoya promotet, möchte das Ansinnen des im englischen Bolton lebenden Titelträgers natürlich mit allem, was in seinen Fäusten steckt, verhindern. Der Rummel beim letzten Face-to-Face vor dem von HBO übertragenen „Blitz-und-Donner“-Duell der beiden Weltklasseboxer am Samstagabend im Mandalay Bay Event Center war riesig.
Auf das große Ballyhoo zwei Tage vor dem Showdown warteten die Anwesenden jedoch vergebens. Beide Protagonisten – vor allem Maidana – blieben recht wortkarg und gingen im Gegensatz zu den Verbalattacken im Vorfeld respektvoll miteinander um. Nachdem „El Chino“ Maidana seine Dankesworte an all jene gerichtet hatte, denen er diesen Kampf verdankt, sagte der 27-Jährige kurz und knapp in seiner Muttersprache: <em>„Das ist ein sehr wichtiger Fight für mich, aber es wird nicht der härteste.“</em>
Freddie-Roach-Schützling Amir „King“ Khan, der nach dem Superstar aus dem Gaucho-Land ans Rednerpult trat, erwähnte, dass er sich erst in den Philippinen dann in Los Angeles mit Megastar Manny Pacquiao auf den Kampf vorbereitet hat. Über zehn Wochen sei er von zu Hause weg, sagte der Titelverteidiger. Sein Heimweh sei groß, doch das lässt sich alles verschmerzen, denn mit dem Kampf in Las Vegas erfülle sich ein großer Traum von ihm. Schließlich sei sein Name und Konterfei auf den großen Billboards entlang des Strips zu sehen. Maidana bezeichnete er als eine große Bedrohung, doch er möchte das Jahr mit einem Feuerwerk beenden. Beide hätten sie unterschiedliche Boxstile, die dazu geeignet seien, sich den „Kampf des Jahres“ zu liefern.
Das sieht Maidanas Promotor Dietmar Poszwa nicht anders. „Wir werden einen exrem spannenden Kampf auf höchstem boxerischen Niveau erleben“, versicherte er der internationalen Presse. Dessen ist sich auch der einstige Mehrfach-Weltmeister und heute als Promotor nicht weniger erfolgreiche Oscar de la Hoya sicher, unter dessen Ägide die Veranstaltung ausgetragen wird. „Beide sind ungemein talentierte Fighter“, betonte der „Golden Boy“. „Sie haben auch beide das Zeug zum künftigen Superstar. Ihre unterschiedlichen Stärken machen den besonderen Reiz dieses Fights aus.“ Amir Khan, der sich den WBA-Gürtel vom ehemaligen Universum-Fighter Andre Kotelnik im Juli 2009 erkämpft hatte und seitdem zwei Mal verteidigte, ist leichter Favorit bei den Buchmachern – doch das will nicht viel besagen.
















