Vorfreude bei Nader steigt
Österreicher vor Schwechat: “Ich kann es kaum erwarten, in den Ring zu steigen!”
Der 2. November rückt für Marcos Nader (16-0, 2 K.o.´s) immer näher. Dann erhält der österreichische Mittelgewichtler zum ersten Mal in seiner Profikarriere die Chance, einen Titel zu gewinnen. Diese Möglichkeit konnte sein Teamkollege Dominik Britsch in zwei Anläufen gegen Roberto Santos (18-6-2, 10 K.o.´s) nicht nutzen. Der Umstand, dass sein Fight gegen den spanischen EU-Champion quasi vor seiner Haustür stattfindet, ist für den 22-jährigen Normalausleger ein willkommener Bonus. Wie er sich vor dem Kampf in seiner Heimat fühlt, sagt er im Interview.
Herr Nader, Sie kämpfen nach über zweieinhalb Jahren endlich wieder in Österreich. Wie sehr freuen Sie sich darauf?
Marcos Nader: Meine Vorfreude, mal wieder daheim zu boxen, ist riesig. Nun ist es ja auch nicht mehr so lange hin bis zum Kampfabend im Multiversum Schwechat. Ich kann es kaum erwarten, in den Ring zu steigen.
Dann handelt es sich dabei auch noch um Ihren ersten Titelkampf – steigt da der Druck noch einmal besonders?
Marcos Nader: Nein, momentan verspüre ich noch keinen Druck. Hier in Berlin bei meinem Trainer Otto Ramin bin ich ja recht abgeschottet. Ich weiß, was ich kann und dass ich gut trainiert habe. Somit mache ich mir auch noch nicht wirklich darüber Gedanken, wie es daheim sein wird. Vielleicht steigt dann noch einmal die Anspannung in der Kampfwoche. Aber ich denke, dass ich mit der Situation vor Ort gut umgehen werde.
Wie groß ist eigentlich das Interesse der Medien und Fans in Ihrer Heimat an diesem Kampf?
Marcos Nader: Ich glaube, dass meine Landsleute schon sehr gespannt darauf sind, mich nach so langer Zeit wieder live in Aktion zu sehen. Viele heimische Medienvertreter haben versucht, mich zu erreichen. Und laut Aussage meiner Familie steht das Telefon zu Hause kaum still. Der ORF dreht über mich sogar eine Reportage. Ich glaube, dass schon bei den öffentlichen Terminen vor dem Kampf ein großer Andrang herrschen wird. Am 2. November wird dann schließlich eine prächtige Stimmung im Multiversum Schwechat herrschen.
Gibt es Ihnen noch einen zusätzlichen Motivationsschub, vor Familie, Freunden und Fans den Titel zu holen?
Marcos Nader: Auf jeden Fall, denn vor heimischer Kulisse zu boxen, ist immer am schönsten. Ich hatte ja bisher nicht so häufig in meiner Karriere das Privileg, das zu genießen. Schon als Amateur bin ich zumeist weit gereist, um mich dort auf internationalen Turnieren zu beweisen. Dass es jetzt in Schwechat nicht nur ein Heimspiel, sondern mein erster Titelkampf wird, ist das Tüpfelchen auf dem I. Aber jetzt muss ich natürlich erst einmal gewinnen.
Wie sehr waren Sie mit Ihrem Auftritt zuletzt gegen Damien Bertu in Bamberg zufrieden?
Marcos Nader: Der Kampf am 15. September verlief nach meiner eigenen Einschätzung ganz ordentlich. Meine Leistung hätte natürlich besser sein können, doch der Gegner hatte einen recht unangenehmen Stil. Vielleicht habe ich ein wenig zu verkrampft agiert. Trotzdem habe ich gegen ihn von Anfang an bis zum Ende das Gefecht dominiert. Dabei ist dann ein Sieg herausgesprungen. Und ein Sieg ist im Endeffekt das, was in diesem Sport zählt.
Auf der gleichen Veranstaltung hat Roberto Santos den EU-Titel gegen Ihren Teamkollegen Dominik Britsch gewonnen. Haben Sie ihn dort schon mal besonders unter die Lupe genommen?
Marcos Nader: Er ist ein echter Wühler, der sein Glück im Nahkampf sucht und dort gegen Dominik schließlich auch zum Erfolg gekommen ist. Santos ist aber eher ein Spätstarter in seinen Kämpfen. Das werde ich zu meinem Vorteil nutzen.
Haben Sie sich schon eine genaue Taktik gegen ihn zurechtgelegt? Was wollen Sie anders als Dominik Britsch machen?
Marcos Nader: Man muss ja sagen, dass Dominik in den ersten Runden nicht viel falsch gemacht hat. Diese hatte er ja klar zu seinen Gunsten entschieden. Aber wie es nun mal beim Boxen so ist, kann eine Unachtsamkeit den bisherigen Kampfverlauf auf den Kopf stellen. An dieser Stelle möchte ich natürlich nicht viele Worte über meine Taktik verlieren – nur das: Sie wird gewinnbringend sein.
Sehen Sie Santos als Ihre bisher größte boxerische Herausforderung?
Marcos Nader: Sicherlich. Ich sage mir immer, dass der nächste Kampf der schwierigste wird. Santos ist der Titelverteidiger in diesem Fight. Er hat den Gürtel, den ich erringen möchte. Ich werde jedoch alles dafür tun, mir diesen nach der Urteilsverkündung als neuer Champion umzuschnallen.
Zum Schluss hätten die Boxsportfans noch gerne Ihre Prognose zum Kampfverlauf? Was darf das Publikum im Multiversum Schwechat erwarten? Wie soll es danach weitergehen?
Marcos Nader: Für mich zählt aktuell nur dieser Kampf. Danach kann ich mich immer noch mit meiner Zukunft beschäftigen. Die Zuschauer können sich jedenfalls auf zwei durchtrainierte Athleten freuen, die beide nur den Sieg im Kopf haben. Ich für meinen Teil werde versuchen, die beste Leistung meiner bisherigen Karriere abzurufen, um meinen Landsleuten daheim in Österreich den Titel zu präsentieren.
Die Eintrittskarten für die EU-Meisterschaft im Mittelgewicht sind im Multiversum Schwechat, über die österreichische Ticket-Hotline +43 / 1 / 70107 (es fallen die üblichen Telefongebühren Ihres Telefonanbieters an) sowie im Internet bei www.multiversum-schwechat.at erhältlich.
(Quelle: Sauerland Event)

















