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Pulev jagt Klitschko

Nach vorzeitigem Erfolg gegen Ustinov rückt der Bulgare bei der IBF auf Platz eins vor

“Je höher der Baum, desto schwerer der Fall”, lautet ein Leitspruch, wenn ein an Größe unterlegener Boxer durch Mut, Schnelligkeit und Geschick den größeren Mann zu Boden bringen und besiegen kann. Kubrat Pulev setzte diese alte Weisheit in die Tat um. Der Europameister und IBF-International Champion gewann in Hamburg gegen den 140-Kilo-Koloss Alexander Ustinov durch K.o. in der elften Runde. Während Pulev seine Profibilanz auf 17 Siege aus 17 Kämpfen ausbaute, kassierte der in Weißrussland lebende Herausforderer im 28. Profikampf die erste Niederlage.

Vor allem die Schnelligkeit des Titelverteidigers stellte seinen acht Zentimeter größeren und über 25 Kilogramm schwereren Kontrahenten vor Probleme. Entsprechend deutlich bestimmte Kubrat Pulev das Geschehen zunächst mit präzisen Einzelaktionen – meistens mit Führhänden zum Kopf und auf den Körper. Ustinov fand hingegen kein Mittel, um seinen Gegner zu stellen.

Dass der bulgarische Titelverteidiger nicht mit Wattestäbchen um sich schlägt, sondern eine Menge Kraft in seinen Fäusten hat, ließ sich schon nach kurzer Zeit in Ustinovs Gesicht ablesen. Über dem linken Auge fing sich der 35-Jährige einen sichtbaren Cut ein, der durch eine rechte Gerade der “Kobra” entstanden war.

Doch der von Otto Ramin trainierte Pulev musste ebenfalls vor der Schlaghärte seines Gegners auf der Hut sein. Eine harte Rechte rüttelte ihn in Runde drei durch.

Es entwickelte sich in der Folge ein offener Schlagabtausch, in dem Pulev aber in den meisten Fällen die schlagkräftigeren Argumente auf seiner Seite hatte.

In der siebten Runde war Pulev einen Moment zu unaufmerksam. Prompt schlugen zwei rechte Hände an seinem Kopf ein. Doch er bewies einmal mehr, dass er auch Nehmerqualitäten besitzt. Wie aus dem Nichts antwortete er mit einer dynamischen Links-Rechts-Kombination und riss so das Geschehen wieder an sich.

Im achten Durchgang erlitt Ustinov bei einem Schlagabtausch eine weitere Platzwunde über dem linken Auge, die seine Sicht durchaus beeinträchtigte. Pulev drehte weiter auf und brachte seine Rechte in den nächsten Durchgängen deutlich häufiger ins Ziel als sein Gegner.

Im elften Durchgang fiel dann die Entscheidung: Ustinov wackelte nach zwei gut platzierten linken Haken in Richtung seines Ohres und ging in die Knie. In dieser Position zählte ihn Referee Phil Edwards zunächst an und schließlich aus. Damit war der Fight nach einer Minute und 28 Sekunden der Runde entschieden.

“Ustinov hat einen guten Kampf gemacht, aber am Ende hat meine Schnelligkeit den Sieg gebracht”, sagte Kubrat Pulev hinterher. Der 31-Jährige wird damit die neue Nummer eins der IBF-Weltrangliste im Schwergewicht. Somit rückt auch ein Fight gegen Wladimir Klitschko, dem amtierenden IBF- und WBO-Weltmeister sowie WBA-Super-Champion, näher. Pulev: “Klitschko, ich komme. Langsam, aber ich komme!”

(Quelle: Sauerland Event)

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