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Ein Fauxpas des Herrn Pütz

Seit langem schon steht der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) in der Kritik. Man wirft ihm vor, das vollstreckende Organ von Klaus-Peter Kohl und Universum Box-Promotion zu sein. Das hatte zur Folge, dass die großen Mitbewerber, Sauerland Event und Arena Boxpromotion, mit inzwischen ausländischen Verbänden und kleinere Veranstalter mit kleineren lokalen Verbänden, wie zum Beispiel der German Boxing Association (GBA), zusammenarbeiten.

Der neue Präsident des BDB, Thomas Pütz, Inhaber der gleichnamigen Sicherheitsfirma, dessen Wahl wohl noch ein juristisches Nachspiel haben wird, hat angekündigt, nicht „Sprachrohr von Universum“ zu sein. Er sagte weiter. „Ich will der Präsident aller deutschen Promoter sein.“ Dabei ist allerdings zu erwähnen, dass Herr Pütz sein neues Amt alleine der Stimmenmehrheit von Universum Box-Promotion zu verdanken hat.

Es wird sich zeigen, ob der BDB und Herr Pütz es schaffen werden, auch wirklich alle deutschen Veranstalter gleichermaßen zu repräsentieren. Wenn man die erste Veranstaltung von Felix Sturm in Köln als Probelauf hierzu ansieht, steht nämlich das Vorhaben unter keinem guten Stern.

Thomas Pütz zeigte sich hier als Multitasker. Zum einen fungierte er als Präsident des BDB. Zum anderen war er für die Sicherheit zuständig. Wohl in dieser Funktion ließ er es sich dann auch nicht nehmen, Felix Sturm persönlich zum Ring zu begleiten. Oder hat man schon einmal vorher erlebt, dass der Präsident eines Verbandes einen Boxer zum Ring geleitet?

Pütz-Security war außerdem für die Akkreditierung der Journalisten zuständig. Nicht schlecht staunte der Journalist dann, dass die Bestätigung für die Akkreditierung als Absender „Akkreditierung Universum Boxen“ trug – Universum Boxen und nicht Sturm Box-Promotion. Offensichtlich hat jemand bei der Firma Pütz nicht mitbekommen, dass nicht Universum Box-Promotion, sondern Sturm Box-Promotion in der Köln Arena veranstaltet.

Es entbehrt schon nicht eines gewissen Witzes, sich vor Augen zu führen, dass Felix Sturm Herrn Pütz zweifach für seine Dienste bezahlt (Aufsichtführung über die Veranstaltung im boxerischem und in sicherheitstechnischem Sinne), um dann feststellen zu müssen, dass ein Teil der von ihm bezahlten Dienstleister offensichtlich noch immer nicht verstanden hat, dass Klaus-Peter Kohl, nachdem er nun ohne Fernsehvertrag dasteht, nicht mehr der unbestrittene Alleinherrscher über das Boxen in Deutschland á la BDB ist. Das nennt man wohl einen Fauxpas.

Wenn man sich dann noch die rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Felix Sturm und Universum Box-Promotion vor Augen  hält und die damit verbundene Kampfpause sowie die Zahlungen von Sturm an Kohl, dann kann Sturm Box-Promotion nicht glücklich darüber sein, dass die Firma Pütz es nicht geschafft hat, für einen neuen Kunden einen eigenen Absender zu kreieren.

Wenn dieser Fauxpas ein Zeichen für die neue Repräsentation aller Veranstalter durch Herrn Pütz ist …

Artikel von Uwe Betker aus dessen Box-Blog http://betker.wordpress.com/

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