Die hübsche Klara kocht nicht gern, dafür „haut sie lieber ihre Gegner in die Pfanne“
In Göttingen kämpft die Schwedin um den WM-Titel
Ein Bericht von Wolfgang Weggen
Hübsch, stark, erfolgreich – Boxerin! Das Foto von Klara Svensson passt eigentlich wunderbar auf die Titelseiten von VOQUE, ELLE, COSMOPOLITAN oder BRIGITTE, doch die Schwedin aus Malmö würde sich als Titelbild noch viel lieber auf einer weltbekanten Box-Illustrierten sehen. Verständlich, wenn man weiß, dass die 24-Jährige fast ihr halbes Leben im Boxring bzw. in der Boxhalle verbracht hat. Und das mit Riesen-Erfolg.
105 Kämpfe bestritt sie als Amateurboxerin, holte sich fünfmal den schwedischen Meistertitel, wurde Vize-Europa- und Vize-Weltmeisterin. Und schon immer interessierte sie sich für das Profiboxen, speziell für die Kämpfe in Deutschland. Seit Anfang letzten Jahres mischt sie nun selbst im deutschen Profigeschäft mit. Mit Erfolg. Fünfmal kletterte sie für Erol Ceylans Team bisher in den Ring, fünfmal verließ sie ihn als Siegerin. Am 28. September in der Göttinger Sparkassen-Arena nun die Krönung ihrer Laufbahn: Klara kämpft gegen die Rumänin Floarea Lihet um den Weltmeistertitel der WIBF. Die Schwedin: „Ein Traum wird wahr“!
Klara begeistert ihr Publikum – durch ihren Kampfstil, durch ihre Ausstrahlung und durch ihr Aussehen. Denn ihre 60 Kilo Körpergewicht sind Gramm für Gramm wunderschön auf 175 Zentimeter verteilt. Ein Augenschmaus, nicht nur für Box-Enthusiasten.
Als einzige Frau im EC-Team fehlt es ihr weder an Durchsetzungsvermögen noch an Anerkennung seitens der boxenden Kollegen, denn für Klara werden keine Extrawürste gebraten. Sie zieht im Training immer das volle Programm durch – genau wie die Jungs. Um ihre sportlichen Ziel zu erreichen hat sie sogar ihren Job in einer Pafümerie in Malmö an den Nagel gehängt. Volle Konzentration aufs Boxen!
EC-Boss Erol Ceylan: „Anfangs war ich etwas skeptisch, aber schon nach den ersten Tainingseinheiten hatte sie mich überzeugt. Klara ist ein großer Gewinn für unseren Boxstall“. Das sehen ihre männlichen Kollegen auch so, denn nicht selten kutschiert Klara den EC-Bus mit allen Aktiven zur Hamburger Trainingshalle am Braamkamp. Lob von ECB-Cheftrainer Oktay Urkal: „Das macht Klara ganz locker. Man könnte glauben, sie wäre nicht als Boxerin groß geworden, sondern als Taxifahrerin in Hamburg“.
Sekundiert wird die Schwedin von Oktay Urkal und ihrem Heimtrainer Christer Ekberg, mit dem sie schon seit zehn Jahren ein eingeschworenes Team bildet.
PS: Und was macht die Boxerin gar nicht gern? Klaras Antwort kommt schnell wie ihre Linke: „Kochen, nee, das ist gar nicht mein Ding“!

















