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Christian „hämmerte“ Williams weg

Klare Sache! Klara ist Weltmeisterin 

Ein Bericht von Wolfgang Weggen – Foto: Klaus Frevert

Christian, das war wirklich der Hammer! Nur drei ganze Runden und dazu noch 114 Sekunden im 4. Durchgang brauchte EC-Schwergewichtler Christian Hammer, um Box-Oldie Danny Williams aus den Puschen zu hauen. In Runde 1, 3 und 4 muste der Tyson-Bezwinger, der die meiste Zeit unter den Hammer-Schlägen wie ein Baum im Sturm schwankte, zu Boden, ehe Ringrichter Thomas den einseitigen Kampf nach einer Hammer-Serie in der 4.Runde abbrach. Der überzeugende Sieg und Gewinn des Europameisterschaftstitel der WBO – ein herrliches, nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Hammer, der am Vortag 25 Jahre jung geworden war.

Die Evil-Fight-Night in Göttingen – ein großer sportlicher Erfolg für EC-Boss Erol Ceylan und sein Team. Schade nur, dass die Box-Fans sehr „sparsam“ in die Sparkassen-Arena kamen. Rund 1500 Fans sahen neun hochkassige, spannende Begegnungen. Ceylan: „Ich hattte auf 3000 Zuschauer gehofft, aber dies war ja eine Profibox-Premiere für Göttingen, da muss man einfach Abstriche machen“. So sahen es auch die Vertreter der Stadt, die dem Promoter Mut machten für einen zeitnahen neuen Versuch.

Gut möglich, dass Ceylan schon wieder im Dezember, spätestens aber im Februar 2013 an die selbe Kampfstätte zurückkehrt. Allerdings ist Lübeck ebenfalls im Gespräch.

Dann sicher auch wieder mit Klara Svensson, die sich mit einer überzeugenden Leistung gegen Floarea Lihet den WM-Gürtel der WIBF erkämpfte. Und das erst in ihrem 6. (!) Profikampf. Die Rumänin gewann gegen die Schwedin nur eine einzige der 10 Runden. Am Ring fieberte Europameister Aleksander Alekseev, der ja von den Ärzten Startverbot erhalten hatte, mit, feuerte seine Teamgefährtin Klara immer wieder lautstark an, gab der schönen Blonden Tipps. Nach dem Schlussgong gab der Cruisergewichtler allerdings zu.: „Mir tut es immer richtig leid, wenn ich Frauen boxen sehe, wenn sie aufeinander einschlagen, dabei ist das heute doch schon normal“.

Mächtig zugeschlagen hat auch sofort Schwergewichtler Sanel Papic, der (einschließlich Zählen des Ringrichters) ganze 33 Sekunden brauchte, um den übergewichtigen Ungarn Laszlo Toth mit einer Schlagkanonade in der neutralen Ecke weit über die Zeit zu Boden zu hämmern. Serbe Papic, der seinen 11. Ko.-Erfolg im 14. siegreichen Kampf feierte, darf sicht jetzt Europmeister der EBA nennen.

       Da hatte es Mittelgewichtler Gökalp „Sultan“Özekler weitaus schwerer, sich gegen Albert Ayrapetyan den internationalen Deutschen Meistertitel zu sichern. Nach 10 spannenden Runden hatte der Sultan, der sich in der 6. Runde einen Cut unter dem rechten Auge einfing, die Nase aber bei allen drei Punktrichtern vorn.

Herausragend die Vorstellung von Supermittelgewichtler Geard Ajetovic im Kampf um die Europameisterschaft der WBO. Der Neue im EC-Stall ließ dem tapferen Chris Mafuta aus Halle (mit Coach Hans-Joachim Witte in der Ecke) nicht den Hauch einer Chance, beendete das auf 12 Runden angesetzte Gefecht bereits im vierten Durchgang nach 2:25 Minuten. Lob von Boss Ceylan. „Das war wirklich Weltklasse“!

Eine Weltklasseleistung zeigte auch Naoufel Ben Rabeh, der zweite Neue im EC-Stall. Der gebürtige Tunesier, der lange Zeit in Australien lebte und dort auch kämpfte (sogar zweimal um die WM), er „spielte“ mit dem Polen Mariusz Biskupski, siegte in Runde 2 nach 2:15 Minuten durch technischen Knockout.

Bei Mittelgewichtler Cagri Ermis (gegen den Polen Bartlomiej Grafka) und dem schwedischen Weltergewichtler Patrick Bogere (gegen Nasser Athumani aus Kenia) lief es noch nicht so richtig rund. Beide gewann aber sicher nach Punkten. Den Auftakt der Evil-fight-Night hatte EC-Boxer Frank Odoj gegen den Polen Adam Gawlik gemacht. Der Mittelgewichtler brannte dabei ein kleines Schlagfeuerwerk ab, brachte die Zuschauer damit gleich in beste Stimmung.

Fazit: Das Telefon stand nach dem letzten Gong bei EC-Boss Erol Ceylan nicht still. Von TV-Partner Eurosport meldete sich sogar der Boss aus Paris persönlich (ein weiterer saß neben Ceylan am Ring), lud zu Verhandlungen in die französiche Hauptstadt ein. Und aus Schweden riefen gleich zwei TV-Sender an, die in Zukunft die Kämpfe von Weltmeisterin Klara Svensson live zeigen wollen. Ceylan: „Ein guter Tag für uns, nur ein paar Zuschauer mehr hätten es gern sein dürfen“.

Eine Ehrung gab es auch noch. Ringarzt Stefan Holthusen, ein Göttinger, wurde von BDB-Vize Volker Grill für „30 Jahre am Ring“ mit der Goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichet. Der Mann aus der Klitschko-Ecke (wie zuletzt bei Vitali in Moskau) war sichtlich gerührt: „Damit hätte ich ja nun wirklich nicht gerechnet, ich freue mich riesig“!

Und zum Schluss gab es noch einen riesigen Blumenstrauß für JIMMY, der zum letzten Mal als technischer Leiter für den EC-Stall fungierte. Er hat sich dem BDF angeschlossen, will dort als Repräsentant für Norddeutschland wirbeln.

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